In jedem von uns steckt die Sehnsucht, dass das, was wir tun, von Reife geprägt ist und entsprechend Wirkung hat. Im Tiefsten wissen wir: Nur Reifes greift. Unreifes bleibt wirkungslos und hinterlässt im schlechtesten Fall einen faden und unbefriedigenden Nachgeschmack.
Unsere Visionstexte Jes. 61,1-3 und 1. Petr. 2,9 reden von etwas Reifem, Wirkungsvollem und Vollmächtigem. Wer Jesusgeschichten liest, sieht und spürt buchstäblich die verheissene Reife, die Wirkung und die Vollmacht. Und wer sich selber auf die genannten Jesaja- und Petrusverse einlässt, kommt – wie nach einer inneren Logik - irgendwann zur Frage nach dem ganz persönlichen Selbst- und Dienstverständnis. Dieser inneren Logik werden wir uns an der SSK 2010 stellen.
Ein Paulustext erläutert in viel Klarheit und Deutlichkeit, wie es zu persönlicher und gemeindlicher Reife kommt. Es ist Eph. 4,11-16. Sehr unterschiedliche Aspekte von Reifungsprozessen werden hier erläutert. Unübersehbar ist das Gemeinschaftliche im Hinblick auf jeglichen Reifungsprozess. Entsprechend stellen wir uns die SSK 2010 als gemeinschaftliches Ereignis vor. Unsere Absicht ist es, dass wir uns unterschiedlichen Diensten unter uns aussetzen und dabei erfahren, wie Reifeprozesse angestossen und weitergeführt werden. Es wird Raum sein, sich persönlicher Reife und Unreife zu stellen. Ohne Scheuklappen wollen wir uns der Realität des Hauptamtlichen stellen. Und genauso direkt wollen wir den Text von Eph. 4,11-16 zu uns reden lassen und daraus lernen. Wir rechnen damit, dass Gott es schenkt, dass wir den Wert des Mannschaftsgedankens im Hinblick auf Reifeprozesse erfahren und noch tiefer als unverzichtbar erkennen. Klar ist uns: Nicht einer hat es und die andern werden folgen (oder auch nicht), und: Nicht, dass etwas nach drei Tagen abgeschlossen ist, erhoffen wir, sondern dass ein Prozess in Gang kommt, der unter uns längerfristig Perspektiven eröffnet und Leidenschaft weckt.
Direktor Markus Müller