Von Dr. Markus Müller
Vor dem Hintergrund der wunderbaren Konzeption der Ehe und des trotzdem zur Wirklichkeit gehörenden Scheiterns war es naheliegend, sich auch der Frage der Rehabilittation und gegebenenfalls (gelungene Rehabilitation vorausgesetzt) der Frage der Wiederheirat zu widmen. Grundlage des Nachdenkens war ein Referat von Prisca Ruh, Predigersfrau und Eheseelsorgerin, mit dem Schwerpunkt Rehabilitation. Rehabilitation ist auch notwendig , wenn Wiederheirat nicht in Betracht gezogen oder abgelehnt wird.
Klar war, dass gerade die Wiederheirat keine beliebige Sache sein kann. Prisca Ruh nannte drei Grundvoraussetzungen einer gelingenden Rehabilitation:
Im Anschluss an dieses Referat gab es Arbeitsgruppen, die mögliche Fragen und Gedanken zur Zweittrauung zusammentrugen. Dabei stand u.a. die Frage im Vordergrund, was wir tun, wenn wir als Gemeindeleitung oder als Prediger die Wiedertrauung nicht sehen können. Das Risiko: Die Menschen suchen sich den Ort, wo ihr Lebenswunsch und ihre Lebensoption geteilt werden. Leider sehen wir wenig gelungene Beispiele, bei denen Wiederheirat nicht in Frage kam und trotzdem Menschen existenziell und langfristig weitergeholfen werden konnte.
Folgende Fragen und Gedanken wurden von den Teilnehmern in den Arbeitsgruppen zudem genannt:
Diese und ähnliche Fragen zeigen, dass es sich beim Thema "Ehe - Scheidung - Wiederheirat" niemals nur um die Frage handeln darf, ob Scheidung und Wiederheirat möglich oder unmöglich ist. Eine fast unbegrenzte Anzahl Herausforderungen liegen jeder Gemeinde vor den Füssen. Dies betrifft insbesondere Gemeinden, die missionarisch tätig sind und wo Menschen zum Glauben kommen. Die Wahrscheinlichkeit, dass so Menschen zur Gemeinde stossen, die gescheiterte Ehen hinter sich haben, ist verhältnismässig hoch.
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