Fachtage der Pilgermission St. Chrischona

Teil 2: Was wir an der Fachtagung getan haben

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Von Dr. Markus Müller

1. Zuerst im Blick: Gottes wunderbare Konzeption der Ehe

Zu Beginn der Fachtagung vergegenwärtigten wir uns, welch wunderbare Gedanken Gottes hinter dem Konzept Ehe stehen. Die Ehe ist ein einzigartiges Geschenk des Schöpfers und darf / muss in seiner Schönheit gepflegt werden. Dazu hielt Ernst Gassmann, Dozent am Theologischen Seminar St. Chrischona und Mitarbeiter im Bereich «Member Care» bei OM, das Einführungsreferat.

2. Eigene Erfahrungen und Fragen einbringen

In Gruppen, die sich in gleicher Zusammensetzung mehrmals trafen, haben wir konkrete Erfahrungen und Fragen im Zusammenhang mit dem Gelingen und dem Scheitern von Ehe zusammengetragen.

3. Betroffene Menschen kamen zu Wort

Betroffene Menschen mit unterschiedlichsten Erfahrungen und unterschiedlichsten Überzeugungen haben sich eingebracht - wir haben sie gehört. In der von Bernhard Kuhl und Prisca Ruh moderierten Gesprächsrunde war es sehr eindrücklich, auf Menschen zu hören, die gerade eine Scheidung hinter sich haben, denen trotz zweier kleiner Kinder der Ehepartner weggelaufen ist, die sich nach zwanzig Jahren harmonischen Familienlebens trennten, die "erfolgreich" oder "nicht erfolgreich" wieder geheiratet haben, die als Kinder eine Scheidung miterlebten, ...

4. Theologen präsentieren ihre Sicht der Dinge

Drei Theologen, die sich über Jahre hinweg ernsthaft und intensiv mit der Thematik auseinandersetzen, präsentierten ihre Sicht der Dinge:

  • Dr. Werner Neuer, Dozent für Ethik und Dogmatik am Theologischen Seminars St. Chrischona, setzte sich für eine Auslegung der Heiligen Schrift ein, die weder Scheidung noch Wiederheirat zulässt.
  • Horst Schaffenberger, Leiter des Theologischen Seminars St. Chrischona, betonte, dass Jesus um die gebrochene Existenz des Menschen als Sünder gewusst und daher die Auflösung einer Ehe bei "Unzucht" eines Partners (Matthäus 19,9) erlaubt habe. Zur gleichen Schussfolgerung müsse man kommen, wenn man auf Paulus in 1. Korinther 7,10ff höre.
  • Auch der Eheseelsorger und Theologe Jens Kaldewey geht vom Grundsatz aus, dass die Ehe prinzipiell unauflöslich gedacht ist. Eine lebendige Ehe basiere auf drei Säulen: Die Ehe sei erstens eine Beziehung, zweitens ein "fruchtbares Team" und drittens als Bund eine "Jochgemeinschaft". Wenn eines oder mehrere der drei Standbeine Schaden nehme oder gar herausgebrochen werde, sei die Ehe gefährdet. Es könne dazu führen, dass der Organismus der Ehe krank werde und sogar absterbe.

Fazit aus diesem Teil: Auch wenn Menschen die gleiche Bibel lesen und alles daran setzen, sie richtig verstehen zu wollen, können sie zu unterschiedlichen Erkenntnissen kommen.

5. Aus Sicht des Juristen und des Sozialpädagogen

Auch Juristen und Sozialpädagogen kommen nicht umhin, das Thema Scheidung und Wiederheirat vor sehr komplexem, existenziellem und oft dramatischem Hintergrund zu sehen. Das machten der Rechtsanwalt Stephan Lang und Christian Mantel, pädagogischer Leiter der Stiftung Gott hilft, deutlich. Jede Trennung hat folgen für die sich Trennenden, für deren Ursprungsfamilien, für die eigenen Kindern, für das Beziehungsnetz (Gemeinde, Nachbarschaft, ...). Wirtschaftliche, finanzielle und juristische Folgens sollten niemals unterschätzt werden - gerade auch von Gemeindeleitungen.

 

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